Dein Gott führt dich in ein gutes Land.

Dein Gott führt dich in ein neues Land.
5. Mose 8,7

Liebe Leserin , lieber Leser,
ich blättere vor im Gottesdienstbuch bis zum Erntedankfest. Dieses Fest liegt auf der Mitte dieser Ausgabe von „Kirche in Friedrichstadt“, die von August bis November reicht.

Vermutlich wird es zum Dezember ein neues Blatt geben, eines, das den Blick auf die ganze Region um uns weitet, die wir „Kirche an der Treene“ nennen.

Auch anderes wird sich wandeln, wir rücken zusammen als Gemeinden, brauchen einander mehr als früher, um die Aufgaben zu bestehen, die sich stellen werden.

Die Israeliten, denen man das dickgedruckte Wort oben sagte, waren, wie wir und Menschen immer wieder, auf dem Weg in etwas anderes. Immer wirft das Fragen auf: Wo kommen wir denn da hin? Wer nimmt sich eigentlich das Recht, uns auf die Reise in das Neue zu schicken?

Warum wurden wir nicht gefragt?

Die simple Antwort ist: Verhältnisse ändern sich, und damit müssen auch unsere Antworten auf neue Wirklichkeiten sich ändern, auch wenn das unbequem ist. Eine tiefere Antwort ist: Gott hat mit uns etwas anderes vor, als dass wir das ausgeleierte Leben, das uns längst gleichgültig geworden ist, weiterleben. ER fordert uns heraus mit der Frage: „Was ist Euch denn wirklich wichtig? Was soll unter Euch unverzichtbar sein? Was ist Euch heilig?“ ER führt uns auf Land, das noch nicht längst abgegrast ist. Auf Land, das neu ist und uns fordert und uns wach macht.

Wenn wir dem alten Gras nachweinen, finden wir am Neuen keinen Geschmack. Wenn wir uns weigern, das neue Gras zu kauen, dann verhungern wir.

Viele Menschen verweigern sich der Veränderung und dem Neuen, manche ziehen sich zurück und igeln sich ein, andere wüten drauflos und schlagen kurz und klein, was nicht will – oder kann, wie sie wollen.

Die neuen Politstars wie ein Donald Trump und auch Politiker in unserm Land, die mit Jähzorn zu herrschen gedenken statt mit Einsicht, verkörpern diesen Typus in Reinform, und wir sehen, was das für Schaden anrichtet.

Gehen lassen sich neue Wege nur mit Vertrauen … auf den, der von sich sagt: „Siehe, ich mache alles neu“.

Diese Gedanken beschäftigen mich, auch weil meine Wege mich in Neues führen, nämlich in den Ruhestand, und weil ich Sie und Euch auf Wege abgeben muss, die ich nicht mehr mitgehe. Gute Wege waren es oft, besonders wo es ganz nah und persönlich wurde, holprige Wege da, wo Zeit und Kraft und Geld und Manpower von uns allen nicht reichen wollten, getragene und gesegnete Wege aber allemal.

Am 20. September wird mich Propst Matthias Lenz aus meiner Aufgabe als Pastor der Gemeinden Friedrichstadt und Koldenbüttel in einem Gottesdienst hier in Friedrichstadt entlassen. Ich freue mich, wenn wir uns da auch persönlich voneinander verabschieden … und zuversichtlich unseren neuen Wegen überantworten … und dem Segen und der Bewahrung unseres Gottes.

Herzlich
Ihr und Euer
Christoph Sassenhagen