Herr, ich glaube – hilf meinem Unglauben!

Dies ist die Losung für das Jahr 2020.

Es wird Frühjahr, Zeit des Erwachens sowohl der Natur als auch unserer Lebensgeister. Unserem Optimismus, sofern vorhanden, treten jedoch Schatten entgegen.

Kriegstreiberei blüht auf anstelle von Friedensgedanken, Wirtschaftspropheten malen uns gigantische Crashs vor Augen, unsere Gesellschaft destabilisiert sich weiterhin im Lärm der oft unfassbaren Unzufriedenheiten.

Statt mit anzupacken wird gemault, statt mit zu verantworten wohin es geht, wird verleumdet, beäfft und kleingeredet, was die Menschen tun, die Verantwortung schultern.

Dass die ZDF-Wochenschau sich nicht entblödet, das Bild mit unseren Sternsingern und der Kanzlerin zu gebrauchen, um sie als Kindlich-Zurückgebliebene zu bezeichnen, sagt mehr als jede soziologische     Analyse unserer Gesellschaft.

An Gnade zu glauben, an Güte und Segen, das ist in solch einem Umfeld kein Selbstgänger. Umso nötiger aber ist es, dass wir als Christinnen und Christen unseren Glauben an Gottes Geleit in unserm Leben pflegen und bei den Menschen zur Sprache bringen. Ebenso unsere Zuversicht, die daraus erwächst.

Die pathetischen Schwarzseher, die ewigen Meckerer, die mutwilligen Wutmenschen zu ernüchtern, sie durch unsere Nüchternheit auf den Boden der Realität zu lotsen, denen, die behaupten, man sei stets nur Opfer und könne nichts machen, Handlungsoptionen vor Augen zu führen, das können Menschen mit Gott im Rücken doch wohl eher leisten als andere. Und so wird dies unsere Aufgabe sein.

Das heißt nicht, dass wir Glaubensheroen werden müssen. Verzagtheit kennen wir auch, sowohl privat als auch im Blick auf den Stand der Kirche in unserer Gesellschaft und ihre Zukunft, wie sie uns prognostiziert wird.

Wir könnten durchaus auch sprechen: „Ich kann nicht glauben – hilf meinem (schwachen) Glauben !“

Jesus hat aber auch einem solchen kleinen Glauben, und sei er nur groß wie ein Senfkorn, verheißen, dass er das eigene Leben und das anderer noch mit zu bergen vermag – und alle Hoffnung auf Menschlichkeit und Schöpfungsschutz und Frieden.
Diese Probe gilt es zu machen für uns in diesem Jahr.

Hier in Friedrichstadt ist das sogar in der Vielfalt der Stimmen und Blickwinkel der verschiedenen hier lebenden Konfessionen möglich – was für eine Chance!

Gehen wir also, liebe Leserin, lieber Leser, von dem aus, woran wir glauben; lassen wir uns helfen, wo Glauben und Hoffen an die Grenze kommen, von dem, bei dem noch immer Rat zu finden war, von Gott, der Himmel und Erde gemacht hat und auch uns, von Gott, der das Leben zu erhalten versteht durch allen Wandel hindurch.

Ein gesegnetes Jahr Ihnen und Euch allen!

Frischauf also!
Ihr/Euer Christoph Sassenhagen